Zwischenfazit zum Toshiba AC100

Geschrieben von MMind am Sonntag, 30. Januar 2011 in Toshiba AC100

So, ein Debian läuft erstmal — und das auch eigentlich ganz zügig sogar mit einer KDE als GUI. AC100 mit Debian Squeeze und einer KDE In meinem aktuellen Setup verwende ich ein Debian-Squeeze (Testing) sowie einen Kernel 2.6.29 (im 2011-01-16-Verzeichnis) der auf dem Toshiba-Kernelcode basiert. Wie auf dem Foto zu sehen, funktionieren die grundlegenden Sachen. Der WLan-Chip will noch nicht so richtig und an die über den einfach Framebuffer hinausgehende Unterstützung des Grafikchips braucht man auch erstmal gar nicht zu denken.

Ansonsten läuft das System aber angenehm zügig und für den primären Verwendungszweck als Buildhost ist auch alles Notwendige vorhanden.

Kernel-Situation

Während der letzten Tage habe ich mich auch etwas in die aktuelle Situation rund um den Kernel eingelesen.

Es gibt von Toshiba verschickte Kernelquellen, basierend auf einem 2.6.29er Kernel. An diesem Kernel haben dann einige Entwickler weiter rumgebastelt — das Ergebnis ist auf gitorious zu besichtigen.

Daneben gibt es noch den Versuch den AC100-Code (Codename ist paz00) auf einen aktuelleren Kernel zu portieren. Zur Zeit ist dies ein 2.6.36.

Das Hauptproblem ist momentan die komplett umgebaute Tegra-Architektur in neueren Kerneln, die nur noch recht wenig dem Code im Toshiba-Kernel ähnelt. Dabei ist fehlt unter anderem auch der Code des »Embedded Controllers« komplett, der für so unwichtige Sachen wie Tastatur- und Trackpad-Unterstützung verantwortlich ist. Es gibt in marvin24s-kernel zwar bereits ein Grundgerüst für den nvec-Treiber, es muss aber noch ein Entwickler diesen »stub« mit Code befüllen. Bei meinem ersten heutigen Versuch mit dem 2.6.36 hat er auch nicht mal die SD-Karte gefunden.

Wie weiter?

An dieser Stelle wäre es schön den AC100 so richtig zum mobilen Begleiter hochzurüsten — also Toshibas Werbespruch mit Leben zu füllen. Die Tegra2-Plattform selbst fühlt sich nämlich richtig flink an. Beim Design der Hardware möchte ich mich auch direkt Engadget anschliessen, die den AC100 als »downright sexy« bezeichnet haben — er sieht schon richtig schick aus.

Es scheint aber so, dass Toshiba den AC100 bereits abgeschrieben hat. Es gibt (vermutlich »gab«) auch ein Blog von Toshiba zum AC100 auf dem sich aber seit Mitte Dezember nichts mehr getan hat. Auch in den eigenen Foren hüllt sich der Hersteller zu den immer wieder versprochenen Updates in Schweigen.

Da es auch so scheint, dass die Entwickler-Gemeinde, für das spezielle Tegra-Modell, recht überschaubar ist wäre es natürlich schön wenn seitens Toshiba weiterer Code nachgereicht würde, der gegebenenfalls sogar den nvec in neueren Kerneln implementieren würde.


4 Kommentare für diesen Eintrag

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  • PhilippBlum
    Schön das es doch auch noch andere Deutsche Entwickler gibt. Wie wäre es, wenn man mal das Android 2.2 portiert? Am besten geeignet sehe ich das Folio Mod dafür.http://forum.xda-developers.com/showthread.php?t=846199 Ich bastel selbst und habe bis jetzt nicht gerade viel geschafft. Ich denke Android 2.2 mit Market Place usw. dürfte schon ganz nett sein. Ansonsten gibt es ja immer noch das Ubuntu, an dem schon einige englische Entwickler arbeiten.
  • guidol
    Den AC100 hab ich Heute zum ersten mal Live gesehen. Da mir bei meinem Smartpad Q7 keine Tastatur hat, kommt mir der AC100 (ich hab die V-Version mit UMTS bestellt) sehr gelegen und find ihn optisch auch klasse :-) Gelesen und gesehen habe ich dass Ubuntu 10.10 auch schon ein Stueck weit auf dem AC100 ist... ein echtes pures Debian genauso weit waere natuerlich klasse. Wirst Du Deine Version evtl. auch mal zum Download anbieten oder gibt es eine Seite wo ihr gemeinsam entwickelt. Die Hardware find ich klasse (mag ja "exotisches") und finde es schade, dass Toshiba nach knapp einem halben Jahr scheinbar nicht mehr viel damit tut. Die ARM-Plattform mag ich schon seit meiner Sheevaplug auf der auch debian laeuft. Viel Glueck und Erfolg bei Deinen debian-Bemuehungen. Ich wuerde gerne ueber weitere Erfolge lesen :-)
  • Frank
    Kannst du ein paar kurze Hinweise geben wie du Debian installiert hast? Danke
  • MMind
    für mein Debian-System habe ich den einfachen Weg gewählt und einfach das System von meinem Freerunner mal wieder kopiert. D.h. ich weiß jetzt auch nicht direkt wie man ein neues System daraufsetzt. debootstrap wäre der zu gehende Weg. Der muss dann nur in einem Terminal unter dem Android ausgeführt werden, da er auf der Zielarchitektur laufen muss. Der Entwickler-Anlaufspunkt ist übrigens der IRC-Kanal #ac100 auf freenode.

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