In die Glaskugel geschaut - Oyo 2

Geschrieben von MMind am Mittwoch, 10. August 2011 in Oyo

Am Montag hat Thalia einen Oyo II angekündigt. Die Begeisterung in den diversen Foren hielt sich in Grenzen. Ist ja im Prinzip auch kein Wunder, bei den gravierenden Problemen, die die Software des aktuellen Oyos immer noch hat.

Technischen Neuerungen umfassen den Prozessor, der nun mit 533MHz laufen soll, das Display dass durch ein besseres Sipix-Display mit einem angeblichen Kontrast von 11:1 ersetzt werden soll und der Flash-Speicher der auf 4GB wachsen soll.

Bereits der originale Oyo wurde ja nicht von Medion selbst entwickelt sondern im Großen und Ganzen von Qisda. Ich halte Medion jetzt auch nicht für eine Firma die mal so mir-nichts-dir-nichts ein komplett neues embedded-System aus dem Ärmel schüttelt und schon gar nicht innerhalb von einem halben Jahr. Der gesamte Prozess von der Entwicklung eines Platinenlayouts über die diversen notwendigen Testmuster und das Beschaffen der Bauteile bis hin zur Entwicklung eines neuen Kernels ist eigentlich nicht in diesem Zeitraum zu schaffen.

Deswegen vermute ich mal dass der Oyo II eher eine Art Oyo 1.25 sein wird, das heißt der alte Oyo mit ein paar Tuning-Teilen.

Wenn man sich die Neuerungen im Detail anschaut kann sich dieser Eindruck durchaus bestätigen:

Prozessor

533MHz sollen es also sein. Wenn man meine Tuning-Theroie verfolgt, drängt sich dafür förmlich der Samsung S3C2450 auf. Dieser ist dem S3C2416 des originalen Oyo so ähnlich, dass er sogar die selbe Prozessor-ID besitzt. Systeme können also im Prinzip nicht einmal zwischen beiden unterscheiden.

Mit diesem Prozessor würde sich auch der gesamte vorhandene Kernelunterbau weiter verwenden lassen.

Display

Bei Displays von Sipix ist der kapazitive Touchscreen fest mit dem Display verbunden. Diese Einheit bringt zwei Anschlüsse für Display und Touchscreen mit, die dann einfach in entsprechende Buchsen auf der Platine gesteckt werden.

Da der Display-Controller auf der Hauptplatine sitzt, das Display mehr eine Evolutionsstufe ist und AUO — Hersteller der Sipix-Display — vermutlich nicht einfach mal so die Anschlüsse ändern wird, lässt sich dieses Bauteil auch relativ problemlos austauschen.

Flash-Speicher

NAND-Chips haben ein relativ genormtes Interface. Es sollte also kein wirkliches Problem sein, hier einen Größeren zu verwenden.

Zusammengefasst

Ich kann mich natürlich auch irren und es könnte wirklich ein komplett neues Gerät sein.

Wenn sich die Verbesserungen aber wie oben beschrieben verhalten, würden sich natürlich enorme Synergieeffekte ergeben. Da sich softwareseitig im Prinzip nichts ändert, wären neue Versionen der Software von Thalia im Prinzip auf beiden Geräten verwendbar ohne dass weiterer Aufwand betrieben werden müsste.

Spätestens wenn der Reader auf dem Markt ist, sollten ja die dazugehörigen Kernelquellen ebenfalls verfügbar sein. Dann lässt sich auch feststellen was nun wirklich verbaut ist.


2 Kommentare für diesen Eintrag

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  • Ingolf Schäfer
    Thalia hat auf Facebook geschrieben, dass die Software zum Oyo 2 auch für den Oyo 1 kommen wird. Ich behaupte hier mal, dass die mit Software eigentlich nur ihre Reader-Software meinen und der Kernel sich praktisch nicht ändert.
  • MMind
    Was aber eben auch nur funktioniert, wenn die darunterliegende Hardware sich nicht großartig ändert. Im Gegensatz zu x86-Systemen lässt sich ein Kernel für einen S3C2416 nicht ohne weiteres auf sagen wir einem i.MX31 zum laufen bringen (Der i.MX31 is einer der anderen verbreiteten ARM-basierten 533MHz Prozessoren). Und das ist auch der Grund, warum ich die oben beschriebenen Änderungen vermute - es geht im Prinzip ohne Kernel-Änderungen.

3 Trackbacks für diesen Eintrag

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  • Auf der Frankfurter Buchmesse wurde gestern der Oyo 2 vorgestellt, zu dem ich ja letztens schon meine Glaskugel befragt habe. Im Heise-Newsticker gab es auch einen Beitrag dazu. Besonders beeindruckend im negativen Sinne ist ja der dort abgebildete Ver
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