Bookeen Orizon-Quellen aufgetaucht

Geschrieben von MMind am Dienstag, 14. Februar 2012 in E-Book Reader

Dass der von Qisda gelieferte Kernel für die eBook-Reader voller Probleme ist, klang ja bereits mehrfach an. Während der Oyo diesen Kernel anscheinend ohne Änderungen verwendet, hat zum Beispiel Asus relativ hohe Entwicklungssresourcen eingesetzt, um einige Probleme für den DR-900 auszubessern.

Heute habe ich nun festgestellt, dass Bookeen es auch endlich geschafft hat, die Verpflichtungen aus der GPL zu erfüllen und zumindest einen Teil der Quellen, nämlich des Linux-Kernels und der Busybox, für ihren Orizon-Reader bereitzustellen.

Beim Durchsehen der Änderungen fiel mir auf, dass nicht nur ein Broadcom WLan-Chip verbaut wurde, für den es auch einen freien Treiber zu geben scheint, sondern Bookeen auch eine ganze Menge Entwicklungsarbeit in den Kernel gesteckt hat. Unter anderem haben sie den Treiber für den Display-Controller komplett neu geschrieben. Das Ergebnis dürfte sich zwar ähnlich unintelligent verhalten wie das Original, scheint aber Probleme mit dem Original-Treiber gelöst zu haben. Für Interessierte sind die Änderungen als Diff im bk060-Zweig des »vendor-kernels«-Repositories auf Gitorious zu finden.

Solche Doppelentwicklungen resultieren daraus, dass alle Hersteller in ihrem stillen Kämmerlein vor sich hin werkeln, ohne sich zwischenzeitlich mal mit eventuellen »Leidensgenossen« auszutauschen. Dies mag zwar betriebswirtschaftlich geboten sein, von wegen Konkurrenz und so, aus einer Entwicklerperspektive ist es aber mehr als ärgerlich. Denn all die investierten Resourcen sind ja im Prinzip für die Katz, da das betreffende Gerät nach einem Jahr auch schon wieder verschwunden ist und die Code-Qualität meist so schlecht ist, dass sich wenig bis gar nichts davon wiederverwenden lässt. Hinzu kommt auch noch, dass die Readerfamilie ja noch viel größer ist. Das heißt man könnte vermutlich noch mindestens drei andere Hersteller finden, die ähnlichen Aufwand betrieben haben.

Es geht aber auch anders, denn im Bereich des Mainline-Kernels schaffen es ja auch die unterschiedlichsten Hersteller zusammenzuarbeiten, obwohl sie konkurrierende Produkte anbieten, zum Beispiel NVidia (Tegra), Samsung (Exynos) und Texas Instruments (OMAP). Dies funktioniert aber vermutlich auch nur, weil dort immer ein relativ herstellerunabhängiger Maintainer mit der Peitsche dahinter steht und Wildwuchs verhindert.


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